Dienstag, 21. März 2017

Der Dienstagskaktus

Dass Kakteenblüten die ganze Bandbreite an Farben abdecken, außer reines Blau, das wissen nur wenige. Beim hier gezeigten Sclerocactus uncinatus ssp wrightii sind sie rotbraun gefärbt. Eine recht außergewöhnliche Blütenfarbe. Die Nominatform bringt sogar tief purpurne, annähernd schwarze Blüten hervor. Ich bin mit meiner Pflanze zufrieden, wenn sie mir einmal im Jahr den hier gezeigten Anblick schenkt. Die Knospen wachsen schon...

Sclerocactus uncinatus ssp. wrightii

Sonntag, 19. März 2017

Ostern in Sicht?

Vorab folgendes: ich stricke immer noch. Allerdings müsste ich die fertigen Socken vernähen und fotografieren, um sie hier vorzustellen. Das kommt noch.

In den letzten Tagen habe ich mich öfters mit der Handspindel beschäftigt. Als sie meiner Meinung voll genug war, sah ich mich damit konfrontiert, dass ich umspulen musste, bevor ich weiter spinnen konnte.

Ich dachte mir, wenn die Leute im Mittel- oder früheren Zeitaltern ohne Lazy Kate und diesem Spinnequipment auskamen, dann sollte es mir Greenhorn doch auch möglich sein. Also bastelte ich mir eine Spindel- und Spulenhalterung, indem ich einen Pappkarton zuschnitt und in die gegenüberliegenden Wände Löcher bohrte.

Mein erstes fertiges Dochtgarn wartet auf seie Weiterverarbeitung
Zuerst lagerte ich die Spindel waagerecht und wickelte den Docht auf einen etwas dickeren Holzlöffelstiel. Das so entstandene "Ei" schob ich vorsichtig auf einen Schaschlikspieß und seither wartet es im Pappkarton auf sein Pendant, um verzwirnt zu werden.

Ob das wohl funktionieren wird? Darauf bin ich schon gespannt.

Dienstag, 14. März 2017

Der Dienstagskaktus

Heute gibt es ein ganz frisches Bild aus dem Gewächshaus, wo es sich an allen Ecken und Dornen regt. Jeden Tag entdecke ich neue Knospen und wenn es wettertechnisch weiter geht wie in den letzten 10 Tagen, dann habe ich in schätzungsweise zwei Wochen die ersten Blüten. Genial!

Turbinicarpus valdezianus - jeder Kaktus hat 1 Cent-Größe

Samstag, 11. März 2017

Spinnert

Noch bin ich nicht sicher, ob ich da eine neue Sucht gefunden habe oder nur einen vorbeiziehenden Spleen. Ich weiß derzeit nur, dass das mitgegebene Vlies "Bunte Wiese" ruckzuck weggesponnen war. Das war definitiv zu wenig, um mir Klarheit zu verschaffen.

Bunte Wiese im Vlies und auf der Spindel
Was lag also näher, als in der vergangenen Woche fix über den Berg nach Castrop zu düsen (Ihr wisst schon) und bei Anne Nachschub zu holen. Jetzt habe hatte ich 300 Gramm der besagten "Wiese" im Sack. Das dürfte eine Weile reichen, um mir über die Spinnerei weitere Gedanken zu machen.

Dienstag, 7. März 2017

Die Dienstagspiekser

Vor über einer Woche haben die Echinocereen zum ersten Mal seit September Wasser erhalten. Innerhalb von 7 Tagen haben sie sich wieder aufgepumpt. Man kann förmlich zusehen, wie sie an Volumen zulegen. Spätestens in zwei Wochen werde ich erste Knospen an ihnen sehen.

Erwachte Igelsäulenkakteen

Sonntag, 5. März 2017

Cornfield fertig

Nun ist sie also fertig, die Jacke. Und das schon seit Januar. Hallelujahhhh!

Die Perlmuttknöpfe haben die selbe Farbe wie das Garn, nur blendet hier die Sonne.
Ich habe diesmal von vorn herein die Nadelgröße zwei Nummern kleiner gewählt und - siehe da - das hat funktioniert. Das Stricken nach Drops war ok, nachdem ich die Anleitung im guten, alten MS Word für mich angepasst hatte, um sie übersichtlich und leserlich zu nutzen. Ich hatte einfach keine Nerven, aus dem Zahlensalat jedesmal die für die gewünschte Größe in Frage kommende herauszuzählen.

So verbrachte ich Weihnachten und die Jahreswende (unter anderem bei Winnetou 2016 - super Verfilmung) mit dem Kornfeld. Zum Schluss und nach dem Vernähen kam sogar etwas Tragbares heraus. Ich bin froh.

Online | Linie 352 Corby | Farbe 0007 [Jeans] | Größe XL | für meine Frau
Nur mit dem Fotografieren hat es erst heute geklappt. Das Motiv war etwas widerspenstig, doch daran habe ich mich einfach nicht gestört.

Zur Statistik: Modell "Cornfield" von Drops. Für die Jacke habe ich 700 g Garn verbraucht. Das Gemisch besteht aus 45 % Wolle, 45 % Polyacryl und 10 % Alpaka.

Freitag, 3. März 2017

Die spinnt!

Jawoll, das tut sie. Endlich. Über die Jahre habe ich immer mit dem Spinnen geliebäugelt, einfach weil ich wissen wollte, wie's geht, wie man es macht und ob das etwas für mich ist. Trotzdem wäre ich niemals auf die Idee gekommen, mir einen Spinnkurs zu gönnen. Dafür wurde mir einer zu Weihnachten geschenkt und gestern war der Termin.

Dazu brauste ich über'n Berg nach Castrop-Rauxel und stieg hinauf zu Anne unters Dach. Dort befindet sich der Wollwerkraum, der alle Utensilien für angehende und fortgeschrittene Wollwerker beherbergt. Ich wurde schon erwartet und herzlich willkommen geheißen. Die Chemie stimmte sofort und so wurde ich langsam in die Spinnerei eingeführt.

Expertin und Ahnungslose
Am Anfang stand die einfache Handspindel und ein Stückchen Kammzug. Ich lernte, wie man den Anspinnfaden setzt und dass die Fasern immer und wirklich ausnahmslos rechts versponnen werden. Das Prinzip der Handspindel ist einfach und, wenn man es verstanden hat, reine Übungssache. Mir bereitete das Ausziehen der Fasern und das Bestimmen der gewünschten Fasermenge anfangs ganz schön Probleme.

Ein Teil des Wollwerkraums
Der nächste Schritt führte zu den Spinnrädern, von denen mehrere Modelle von Kromski und Ashford zum Ausprobieren bereit standen. Ich erfuhr, dass es Einfachtritt- und Doppeltritträder gibt. In der Praxis stellte ich fest, dass man wirklich erst einmal ein Gefühl für die Spinnräder entwickeln muss. Jedes verhält sich anders, und während ich zu Beginn vollauf damit beschäftigt war, das Schwungrad einfüßig in der richtigen - jawoll, rechten - Richtung am Laufen zu halten, war ich am Ende des Kurses eher begeistert von Kromski Minstrel, einem Doppeltritt-Spinnrad.

Ich habe nicht gelogen - ich spinne (hier am Ashford Traditional)
Aber, wie gesagt, zuerst ging es um die Technik und das "Trockentreten" der Räder. Ich lernte, wie man den Anspinnfaden auf die Spule setzt und durch die Einzugsöse zieht, um daran die Fasern anzuspinnen. Die Geschwindigkeit des Spinnrades kam mir zu Anfang geradewegs utopisch vor. Die Koordination von Tritt (ja, das Rad muss sich immerzu drehen) und Auszug der Fasern klappte anfängerbedingt nur begrenzt, aber ein hoffnungsloser Fall bin ich zum Glück nicht. Trotzdem musste ich mehrfach stoppen, weil ich mit dem Ausziehen der Fasern nicht nachkam oder das Rad immer wieder stehenblieb.

Das Minstrel, auf dem ich sowohl spann, als auch verzwirnte
Anne war für mich eine hilfreiche Lehrerin, die zu jeder Zeit wusste, wie sie mir helfen konnte. Am Ende des Kurses hatte ich sogar zwei Dochtgarne zu meinem ersten, abenteuerlichen Garn verzwirnt. Das wiederum geht links herum, und die Kunst besteht darin, dass der Zwirn keinen Drall mehr haben darf. Mensch, das ist auch nicht einfach hinzubekommen.

Besonders gefreut habe ich mich über das Kompliment, dass ich die Erste gewesen sei, die den Anfängerkurs mit einem fertigen Garn beendet hat. Nun ja, irgendwer musste ja mal den Anfang machen, oder? *zwinker* Ich bin mir noch nicht im Klaren darüber, ob das nun ein weiteres Hobby werden könnte - wo ich doch schon so viele habe. Doch es drängt ja keiner.

Buntes Vlies, zuhause angesponnen und für sehr schön befunden sowie das Erstlingswerk (eine Gemeinschaftsproduktion mehrerer Vorgänger und mir)
Danke, liebe Anne, für den schönen und lehrreichen Abend, vor allem auch die entspannte Schnackerei - ohne auf die Uhr zu schauen. (Ich war etwas erschrocken, als ich im Auto saß und die Uhrzeit ablas.) Zuhause musste ich sofort ein mitgegebenes Vlies anspinnen. Hmmm, genau meine Farben... Ich glaube, wir sehen uns.